Jyotish

Praxis für Jyotish

Marcello Alessandro Michelutti ist ein guter langjähriger Freund und der Astrologe meines Vertrauens. Er ist seit den 1990ern in seinem Fach und hat zuerst Westliche und danach Vedische Astrologie studiert. Weiter unten habe ich ein Video mit ihm verlinkt, in dem er den Unterschied zwischen Westlicher und Vedischer Astrologie veranschaulicht.

Was ist Jyotish Astrologie?

Jyotish ist der Name der indischen oder vedischen Astrologie. Sie ist benannt nach dem sakralen Schrifttum des vedischen Kulturraumes, dem sie entspringt: den Veden und deren Zweigtexten. Diese wohl älteste Form der Astrologie ist natürlich in unseren Breiten ebenso anwendbar, denn der Name bezieht sich lediglich auf den Entstehungsraum. Der Ursprung des Regelsystems der indischen Astrologie wird auf einige tausend Jahre vor unserer Zeitrechnung vermutet. Ein gutes, das heißt, hilfreiches Horoskop ist das Ergebnis von Vertrauen einerseits und der Anwendung astrologischen Sachverstandes andererseits.

Der Unterschied zwischen Westlicher und Vedischer Astrologie

Ein Aufsatz über den Unterschied zwischen einem Jyotish Astrologen und der westlichen Astrologie:

Die Praxis der Astrologie hat auf der ganzen Welt eine lange Tradition und in verschiedenen Kulturen unterschiedliche Ausprägungen entwickelt. Jyotish Astrologie, auch als vedische Astrologie bekannt, und westliche Astrologie sind zwei Hauptzweige dieser uralten Kunst. Obwohl beide Methoden den Einsatz von Himmelskörpern und Horoskopen beinhalten, gibt es dennoch einige signifikante Unterschiede zwischen ihnen.

Ein wesentlicher Unterschied liegt in den zugrundeliegenden Systemen und Philosophien. Die Jyotish Astrologie stammt aus den alten vedischen Schriften Indiens, den Veden. Sie basiert auf einem starren System, das seine Wurzeln in der Theorie der Karma und Vorbestimmung hat. Dabei wird angenommen, dass die Positionen der Himmelskörper zum Zeitpunkt der Geburt die Lebenserfahrungen und das Schicksal einer Person beeinflussen. Im Gegensatz dazu legt die westliche Astrologie mehr Wert auf individuelle Freiheit und die Fähigkeit, das eigene Schicksal zu gestalten.

Ein weiterer Unterschied liegt in den verwendeten Himmelskörpern. Während die westliche Astrologie sich hauptsächlich auf die Sonne, den Mond und die acht Planeten des Sonnensystems konzentriert, nimmt die Jyotish Astrologie den Mond und die Planeten zusätzlich zu den sogenannten „Nodes“ Rahu und Ketu sowie den fernen Planeten wie Uranus, Neptun und Pluto in ihre Berechnungen auf. Die Jyotish Astrologie hat auch ein komplexes System von Nakshatras, das den zodiacalen Zeichen in der westlichen Astrologie ähnelt.

Ein weiterer Unterschied zwischen den beiden Methoden liegt in der Verwendung von Tierkreisen. Die westliche Astrologie folgt einem Tropical Zodiac-System, bei dem der Frühlingspunkt als Fixpunkt für die Bestimmung der Tierkreiszeichen verwendet wird, während die Jyotish Astrologie ein Sidereal Zodiac-System verwendet, das auf den tatsächlichen Sternpositionen basiert. Dies führt zu einem Unterschied von etwa 23 Grad zwischen den Tierkreiszeichen in beiden Systemen.

Die Interpretation der Horoskope ist ebenfalls unterschiedlich. In der westlichen Astrologie werden oft psychologische Profile erstellt, um Persönlichkeitsmerkmale und individuelle Herausforderungen zu ermitteln. Traditionell betrachtet die Jyotish Astrologie das Geburtshoroskop als ein Instrument zur Vorhersage von Ereignissen in Bezug auf verschiedene Lebensbereiche wie Karriere, Ehe, Gesundheit und finanzieller Erfolg.

Schließlich gibt es auch Unterschiede in der Art der astrologischen Beratung. Während westliche Astrologen oft allgemeine Ratschläge geben und die individuellen Entscheidungen des Ratsuchenden betonen, kann ein Jyotish Astrologe spezifische Empfehlungen basierend auf den vorhergesagten Planetenkonstellationen geben.

Insgesamt ist festzuhalten, dass sowohl die Jyotish Astrologie als auch die westliche Astrologie einzigartige Herangehensweisen an die Kunst der Sterndeutung bieten. Während die Jyotish Astrologie traditioneller und stärker an das Konzept von Schicksal und Karma gebunden ist, legt die westliche Astrologie mehr Wert auf individuelle Freiheit und die Entwicklung persönlicher Potenziale. Es liegt letztendlich am Einzelnen, zu entscheiden, welcher Ansatz besser zu seinen eigenen Bedürfnissen und Überzeugungen passt.